Between sugar anxiety and birthday cake – our journey towards a relaxed approach to sweets

Zwischen Zuckerangst und Geburtstagskuchen – unser Weg zu einem entspannten Umgang mit Süßem

Als unser erster Sohn ein Jahr alt wurde, bekam er von uns eine Torte zum Geburtstag – natürlich nur mit Bananen gesüßt. Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie unser Kleiner jemals “bösen Zucker” essen sollte. Schließlich hatten wir monatelang bei der Beikost penibel darauf geachtet hat, ja kein Salz oder Zucker zu verwenden. 

An seinem zweiten Geburtstag aß er dann seinen ersten Zucker. In Form einer Marzipanpraline auf der Stachelbeertorte, die ihm seine Uroma gebacken hatte. Schwamm drüber, dachte ich, als ich in meine nur wenig gesüßte Torte für ihn biss und schluckte den faden Beigeschmack der Situation hinunter. War jetzt die Büchse der Pandora, oder in anderen Worten die des Zuckers endgültig geöffnet?

Jetzt wird er bald drei und Zucker läuft uns und seinem Gaumen inzwischen immer mal wieder über den Weg – manchmal schneller, als uns lieb ist. 

Wir sind zwar weit davon entfernt, dass Zucker Alltag ist – aber so ganz zuckerfrei ist unsere kleine Familie dann eben doch nicht. Dabei achten auch wir Erwachsene darauf, unseren Zuckerkonsum ohne großen Aufwand oder harten Verzicht so niedrig wie möglich zu halten. 

Wenn Süßigkeiten vom Himmel fallen

Im Frühjahr wird hier in Köln zum Beispiel Karneval gefeiert. Und als ob Kostüme und einschlägige Karnevalshymnen nicht schon reichen würden, regnet es bei den großen Umzügen auch noch Süßigkeiten.

Das Spannendste daran ist, glaube ich, das Sammeln selbst. Denn nachdem wir eine kleine Tüte Gummiteilchen geteilt haben, war das Interesse an den Süßigkeiten schon wieder verklungen. Zwei Monate später liegen die gesammelten Reste übrigens immer noch unberührt bei uns im Schrank.

Eine Freundin, die letztes Jahr mitgelaufen ist, erzählte mir: Sie wollten einmal etwas anderes probieren und haben Äpfel verteilt. Dafür haben sie dann nur wüste Beschimpfungen geerntet.

Bei uns kommen Äpfel wirklich noch sehr gut als süßer Snack für zwischendurch an. Besonders, wenn sie ganz sind. Die b.box Snackbox macht den Transport von ganzem Obst besonders einfach – vor allem, wenn daneben noch ein kleiner Snack Platz findet.

Zwischen Verzicht und Gemeinschaft

Und ganz ehrlich: Ich verstehe beide Seiten. Zucker schmeckt, aber er ist einfach nicht notwendig. Ich möchte nicht wissen, wie viel freien Zucker ich als Kind zu essen bekommen habe. Wirklich jeden Abend beim Zähneputzen bin ich erleichtert, dass sich meine Eltern so gut um die Zähne meiner Geschwister und mich gekümmert haben.

Daher kann ich Eltern nachvollziehen, die ihre Kinder so lange es nur geht davor „bewahren“ wollen, Zucker zu essen. Das kann allerdings bei gemeinsamen Mahlzeiten, zu denen es Kuchen oder Eis gibt, auch ausschließend wirken. Soziale Ereignisse werden dann schnell davon bestimmt, was ein Kind nicht essen darf – und nicht davon, dass wir gemeinsam eine schöne Zeit haben.

Meine Befürchtung ist eher, dass, sobald unsere Kinder alt genug sind einen eigenen Zugang zu Zucker zu haben, der FOMO-Effekt richtig zuschlägt und es dann kein Halten mehr gibt. Deshalb möchten wir unseren beiden Kindern zeigen, dass es zu manchen Anlässen Süßes gibt – aber eben als Teil eines gemeinsamen Moments und nicht als ständige Gewohnheit.

Nachsicht und Aufklärung

Zu Hause versuchen wir, möglichst auf gekauften Süßkram zu verzichten oder aber wir bereiten selbst etwas zu. 

Nach der Geburt unseres zweiten Sohnes reichte meine Energie dazu aus, Schokolade und Eis zu bestellen. Ich hatte so eine unglaubliche Lust auf Süßes, und währenddessen war der rationale Teil meines Gehirns zeitweise ausgeschaltet.

Dass Zucker eine drogenähnliche Suchtwirkung hat, ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Klar ist aber, dass unser Belohnungszentrum aktiviert wird und unser Gehirn Dopamin ausschüttet. Mit mir in dieser Situation – und wahrscheinlich auch mit vielen anderen Eltern – gehe ich heute ganz bewusst nachsichtiger um. 

Zu viel Zucker kann auf Dauer auch gesundheitliche Folgen haben – von Karies bis hin zu Übergewicht. Beim Zähneputzen sprechen wir morgens und abends darüber, dass unsere Zähne sauber und stark bleiben sollen. Dann sind die Zähne kleine Autos, die durch die Waschanlage fahren. Diese müssen dann vom Essen gewaschen werden. Hier erwähnen wir auch immer, dass Zucker die Zähne besonders schmutzig macht. 

Unser Alltag: kleine Routinen statt strenger Regeln

Im Alltag setzen wir dann auf einfache Routinen: mal einen Fruchtriegel mit Nussmus und Obst, griechischen Joghurt mit Nüssen und Honig oder ein kleines Müsli zum Nachtisch, praktisch vorbereitet und portioniert in der b.box mini lunchbox

Uns ist außerdem aufgefallen, dass der Appetit unseres älteren Sohnes abends deutlich größer ist, wenn wir nachmittags einen ausgewogenen Snack anbieten. Und dass es für uns als Familie viel entspannter ist, wenn gesunde Optionen einfach verfügbar sind – zu Hause genauso wie unterwegs.

Auf gesüßte Getränke versuchen wir komplett zu verzichten. Stattdessen gibt es Wasser, Tee oder Milch beziehungsweise Hafermilch. Das funktioniert für uns erstaunlich gut, vor allem, wenn die Kinder ihre Getränke selbstständig trinken können und immer etwas Passendes in ihrer isolierten b.box Trinkflasche dabeihaben. 

Wenn Ernährung zur Glaubensfrage wird

Dass das Thema Zucker in unserer Gesellschaft emotional aufgeladen ist, wurde uns auch bewusst, als unser älterer Sohn in die Kita kam. Vorher hatten wir ein Gespräch mit der Leitung, die erklärte, dass man zu Geburtstagen gerne etwas Selbstgebackenes mitbringen darf – aber bitte möglichst ohne Zucker. Die bunten dreistöckigen Torten mit Superhelden seien eher etwas für zu Hause.

An seinem ersten Kitatag kam dann eine Mutter mit drei Paketen gekaufter rosa Torte mit einem bekannten Elefanten darauf in die Kita. Die Blicke der Erzieherinnen und der anderen Eltern sagten alles: Wie kannst du nur?

Und ja – wie kann sie nur.

Vielleicht hatte sie am Wochenende das Haus voller Gäste. Vielleicht musste sie arbeiten. Vielleicht war einfach keine Zeit zum Backen.

Ich ziehe ehrlich den Hut davor, dass sie neben Kind, Arbeit, Haushalt und all den anderen Verpflichtungen überhaupt daran gedacht hat, etwas für die Geburtstagsfeier mitzubringen.

Die Härte, mit der in manchen Situationen geurteilt wird, bringt uns nicht weiter. Sie isoliert uns voneinander, statt uns zu unterstützen. Denn am Ende versuchen wir doch alle dasselbe: unsere Kinder gut zu versorgen und ihnen einen gesunden Umgang mit Essen beizubringen.

Unser Ziel: ein entspannter Umgang mit Essen

Heute versuchen wir deshalb, unseren Kindern keinen perfekten Speiseplan vorzuleben, sondern einen entspannten Umgang mit Essen. Wir möchten ihnen Erinnerungen schenken – daran, wie wir gemeinsam gekocht, geteilt und gegessen haben.

Es wird Geburtstage geben, Karneval, Eis im Sommer und Kuchen bei Oma.

Und es wird Tage geben, an denen sie kaum Hunger haben oder plötzlich riesige Portionen verschlingen.

Was wir ihnen mitgeben möchten, ist keine Angst vor Zucker – sondern ein Gefühl dafür, dass Essen mehr ist als Nährstoffe. Es ist Gemeinschaft. Es ist Selbstständigkeit. Und es ist Freude.

Und manchmal ist es eben auch eine Marzipanpraline auf einer Geburtstagstorte.


Über die Autorin: Bianka ist Designerin und Mama von zwei Söhnen. Sie lebt mit ihrer Familie in Köln und erlebt dort viele Abenteuer in der Baby- und Kleinkindwelt