Auf Brei geht’s los: unser Start in die Beikost
Nach Wochen intensiven Stillens – das am Anfang wirklich mit einigen Hindernissen verbunden war – hatten wir endlich eine entspannte Stillroutine gefunden. Und jetzt, als es gerade so gut funktionierte, sollte schon wieder etwas Neues kommen? Richtig, die Beikost. Egal ob als moderne Methode wie Baby Led Weaning oder klassisch mit Pürees – irgendwann bekommt jedes Baby Essen. Und nun war also unsere Zeit gekommen.
Wir wollten gut vorbereitet sein: Unsere Hebamme kam noch einmal vorbei und prüfte, ob unser rund sechs Monate alter Sohn alle Reifezeichen für den Start mit der Beikost erfüllte. Dazu gehört zum Beispiel, dass ein Baby mit Unterstützung einige Minuten aufrecht sitzen kann, den Kopf stabil hält und der Zungenstoßreflex nicht mehr zu stark ausgeprägt ist.
Wir bekamen grünes Licht und beschlossen, erst nach unserem Urlaub zu starten. Denn zu Hause, in gewohnter Umgebung, mit Ruhe, Routine und allen Utensilien griffbereit, erschien uns das deutlich entspannter.
Breibomben entschärfen
Zum Einstieg wurde uns hier in Deutschland klassisch gedünstetes Gemüse mit etwas Öl empfohlen – auch wenn Familien weltweit ganz unterschiedlich an das Thema Beikost herangehen.
Möhrenpüree gilt dabei fast als Pflichtprogramm. Außerdem hörten wir immer wieder: erst Gemüse, Obst später – sonst gewöhnt sich Baby zu schnell an Süßes.
Also kauften wir absolute Premium-Möhren. Wir schälten sie. Wir dünsteten sie. Und wir pürierten sie. Ich war bei diesem ganzen Vorgang ungefähr so nervös, als würde ich eine Bombe entschärfen. Besonders beim Pürieren ließ ich mir extrem viel Zeit. Nach etwa fünf Minuten kam aus dem Hintergrund die vorsichtige Frage, wie lange ich eigentlich noch pürieren wolle.
Zur Sicherheit presste ich den Brei zusätzlich durch ein feines Sieb, man weiß ja nie. Ich konnte mir schlicht nicht vorstellen, wie ein Baby von Milch plötzlich auf feste Nahrung umsteigen sollte, und hatte eine völlig irrationale Angst, dass unser Sohn am Möhrenbrei ersticken könnte.
Die ersten Löffel
Als wir schließlich den leuchtend orangefarbenen Brei vor uns stehen hatten, saß unser Sohn bei meinem Mann auf dem Schoß. Lätzchen? Check. Weiche Babylöffel? Check. Nervöse Eltern? Doppel-Check.
Ich durfte ihm den ersten Löffel geben.
Seine Reaktion werden wir wahrscheinlich nie vergessen: Gesicht verzogen – und alles kam postwendend wieder heraus. Einen zweiten Versuch lehnte er entschieden ab.
Also: Rest einfrieren, am nächsten Tag ein neuer Versuch. Leider verliefen auch die folgenden Tests sehr ähnlich. Von den empfohlenen Breimengen waren wir Lichtjahre entfernt.
Rückblickend hätte ich mir an dieser Stelle etwas mehr Ordnung im Gefrierfach gewünscht. Kleine Portionen, verschiedene Versuche und unzählige Dosen sorgten schnell für Chaos. Praktisch sind deshalb Lösungen wie die fill + freeze Behälter von b.box, mit denen sich Brei portionsweise vorbereiten und unkompliziert einfrieren lässt.
Nachdem viele unserer Breimomente diesem ersten Versuch ähnelten (Pastinake, Kartoffel, Brokkoli … you name it), probierten wir uns – trotz aller Warnungen, dass unser Kind dann nur noch Süßes essen wollen würde – an Obst, Avocado und Nussmus. Endlich ein Erfolgserlebnis! Besonders zerdrückte Avocado mit Banane kam hervorragend an.

Das Gewohnte im Neuen
Langsam fanden wir in die neue Routine hinein. Ganze Milchmahlzeiten zu ersetzen lag zwar noch in weiter Ferne, aber unser Sohn hatte plötzlich Spaß daran, Neues zu entdecken. Und genau darum geht es am Anfang eigentlich.
Unterwegs warteten allerdings neue Herausforderungen: Bekommen wir Lebensmittel in genauso guter Qualität wie zu Hause? Was, wenn gerade kein Supermarkt in der Nähe ist? Und dann natürlich ohne Lieblingsstuhl, Tisch oder die gewohnte Umgebung?
Immer nur zu Hause zu essen, war für uns keine Option. Also füllten wir kurzerhand unsere Pürees in den fill + feed und konnten sie unterwegs entweder sauber auf einen Löffel portionieren oder unserem Baby helfen, durch die kleine Öffnung selbst zu essen.
So konnten wir sicher sein, dass unser Sohn auch unterwegs seinen gewohnten Brei bekam – selbst dann, wenn wir gerade neue Orte erkundeten.
Wenn Essen plötzlich selbstständig wird
Richtig Freude kam bei ihm auf, als er selbstständig im Hochstuhl sitzen konnte und kleine Linsenbratlinge oder Pfannkuchen mit den Händen essen durfte. Und ehrlich gesagt wurde auch ich zu diesem Zeitpunkt deutlich entspannter.
Besonders hilfreich wurde für uns alles, was das gemeinsame Essen erleichterte. Eine rutschfeste Unterlage, die gleichzeitig Teller ersetzt, wie die roll + go Mahlzeitenmatte, spart nicht nur Geschirr, sondern auch Nerven.

Ich hatte gelernt: Babys können erstaunlich viel selbst. Wenn einmal zu viel im Mund landete oder etwas ungewohnt im Rachen lag, setzte zuverlässig der Würgereflex ein. Zu sehen, wie er mit jeder Mahlzeit selbstständiger und experimentierfreudiger wurde, war unglaublich schön.
Andere Länder, andere Beikost
Spannend fand ich außerdem, dass andere Länder ganz unterschiedlich mit dem Thema Beikost umgehen. Während man in Deutschland oft einem klaren Plan folgt, beginnt man in Schweden – dem Herkunftsland meines Mannes – häufig schon ab etwa vier Monaten mit kleinen Geschmacksproben. Babys dürfen dort vielleicht an einem Apfel oder einer Selleriestange lecken. Einen festen Fahrplan gibt es deutlich weniger.
Auch hierzulande haben sich die Empfehlungen inzwischen verändert. Viele aktuelle medizinische Empfehlungen (hier und hier) raten dazu, rund um den sechsten Monat mit der Beikost zu starten. Allerdings entfernt man sich zunehmend von starren Regeln. Viel wichtiger ist es, auf das eigene Kind zu schauen.
Heute: Beikost mit Kind Nummer zwei
Mittlerweile stecken wir mit unserem zweiten Sohn mitten im Beikostabenteuer. Er wirkte schon früher bereit, war von Anfang an stabiler und unglaublich neugierig, wenn wir gemeinsam am Tisch saßen und aßen.
Besonders sein großer Bruder wurde schnell zu einer riesigen Inspiration für ihn. Dieser probiert nämlich gerne Neues aus, auch wenn es nicht immer schmeckt. Möhren und Süßkartoffeln gehören nun zu seinem Lieblingsgemüse. Und er kann klar sagen, was er möchte, und hat große Freude an gemeinsamen Mahlzeiten.
Zwar haben wir auch diesmal mit Möhrenbrei begonnen (der überraschend begeistert angenommen wurde), sind inzwischen aber deutlich entspannter geworden. Weniger Perfektion, mehr Ausprobieren.
Denn am Ende geht es bei der Beikost nicht nur ums Sattwerden. Es geht darum, gemeinsam Neues zu entdecken. Schritt für Schritt, im eigenen Tempo.
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Über die Autorin: Bianka ist Designerin und Mama von zwei Söhnen. Sie lebt mit ihrer Familie in Köln und erlebt dort viele Abenteuer in der Baby- und Kleinkindwelt











